Bildbesprechung: Füsse

"Füsse" von Tanja (attention)

Konzentriert
Gleich nachdem Tanja den Kurs "Fotografieren unterwegs" besucht hatte, flog sie nach Thailand in den Urlaub. In der Fotokurs-Lounge entdeckte ich nach ihrer Rückkehr das Foto von den Füssen - toll. Es ist kein landestypisches Motiv, sondern eines, das überall auf der Welt entstehen kann - zumindest da, wo es Wasser gibt. Barfuß durchs Wasser gehen ist eine Erfahrung, die so ziemlich jeder von uns kennen dürfte. Das Bild weckt Assoziationen und Gefühle...

Warum dieses Bild wirkt

  1. Der Bildausschnitt konzentriert sich aufs Wesentliche: Füsse und Wasser.
  2. Die Reduktion bezieht sich nicht nur auf die Bildelemente, sondern auch die Farben, dadurch wird das Foto nicht nur sehr konzentriert, sondern entfaltet auch seine plakative Wirkung.
  3. Der Bildaufbau ist interessant - man sieht nicht viel, aber man weiß sofort, worum es geht. Die Füsse sind der erste Blickfang, dann wandert das Auge nach unten über die Wasseroberfläche und die farbige Spiegelung, die neugierig macht - zu wem gehören diese Füsse?

Was man noch verbessern könnte
Mir fällt nur ganz wenig ein: Die helle Spiegelung unten links im Eck könnte man weglassen, dadurch wird das Bild noch ruhiger. Das lässt sich durch einen nachträglichen Beschnitt in Photoshop schnell und einfach erledigen, ist wirklich nur eine Kleinigkeit.

Vielleicht an dieser Stelle eine Anmerkung zur Rubrik "Was man verbessern könnte". Ganz oft findet man in Fotozeitschriften, in Communities und auch hier die Tipps und Ratschläge, was man an einem Bild noch verbessern könnte. Wer will, findet überall ein Haar in der Suppe und man könnte unglaublich viel, aber unter den gegebenen Umständen sind diese Tipps schlichtweg nicht umsetzbar. Das ist mir natürlich auch klar. Es schreibt sich leicht: Man hätte das Foto in einer besseren Lichtsituation machen sollen. Aber man war nun mal genau zu diesem Zeitpunkt an diesem Ort und die Lichtsituation war so, unabänderlich. Unter perfekten Bedingungen kann jeder perfekte Fotos machen. Aber die Welt ist nicht so perfekt, wie man sie aus der Werbung kennt. Wenn so ein Hinweis kommt, dann bedeutet er im "Langtext" folgendes: Das Motiv wurde gut gesehen, aber für eine Umsetzung war der Zeitpunkt nicht ideal. Jedenfalls nicht für ein Foto, das perfekt sein muss, weil man es in der Werbung oder für andere Zwecke verwenden möchte, in denen es auf diese Perfektion ankommt. Der Sinn solcher Kommentare besteht darin, bei weiteren Gelegenheiten nach Motiven und Situationen Ausschau zu halten, in denen solch überdurchschnittliche Bilder möglich sind. Wenn man die Rahmenbedingungen kennt, die man für Superbilder benötigt, wird das Unterbewusstsein darauf getrimmt, diese Bedingungen zu erkennen und zu nutzen. Trotzdem sollte man niemals aufhören, spontan auf den Auslöser zu drücken. Für jedes Bild gibt es eine Verwendung. Es muss nicht immer ein Wettbewerbsbild sein, ein Postkartenmotiv oder ein vermarktbares Foto. Es noch viele andere Möglichkeiten, Bilder zu nutzen und zu genießen. Nur weil ein Erinnerungsfoto keinen Marktwert hat, bedeutet das noch lange nicht, dass es keinen persönlichen Wert besäße!

Details
Das Fotografieren von Details schult das fotografische Sehen. Die Bilder wirken oft viel plakativer als andere Motive. Dadurch sind sie für den Betrachter leicht verständlich, er erfaßt den Inhalt und die Aussage innerhalb weniger Sekundenbruchteile. Motive, auf denen viele Details zu sehen sind, wirken oft unruhig und überfrachtet, der Betrachter ist mit der Menge an Informationen überfordert. Deshalb wirken einzelne Details ansprechend - und inspirierend, denn durch die Weglassung von Informationen wird die Phantasie des Betrachters angeregt. Sie ergänzt Fehlendes durch Erfahrungswerte und eigene Assoziationen.
Gleichartige oder ähnliche Details eignen sich hervorragend als Sammel-Motive, für Bildserien und Tableaus. Ein Detail, das man aus dem Zusammenhang heraus löst, kann auch als Symbol für ein übergeordnetes Thema stehen...


Weitere Bildbeispiele mit Anmerkungen:
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